Was ist Hüftdysplasie beim Hund?

Hüftdysplasie beim Hund — Symptome, Rassen, Behandlung und Kosten in Deutschland

Was ist Hüftdysplasie?

Max, ein zweijähriger Labrador, hinkt nach dem Morgenspaziergang. Er steht zögernd auf, wackelt beim Laufen mit der Hinterhand. Sein Tierarzt stellt nach einer Röntgenuntersuchung fest: Hüftdysplasie, Grad mittelgradig. Was bedeutet das — und was nun?

Hüftdysplasie (HD) ist eine Fehlentwicklung des Hüftgelenks. Der Hüftkopf passt nicht optimal in die Hüftpfanne. Dadurch kommt es zu Reibung, Entzündung und mit der Zeit zu Arthrose. HD ist nicht heilbar, aber gut behandelbar — je nach Schweregrad konservativ oder operativ.

Betroffene Rassen und Risikofaktoren

HD ist in erster Linie eine genetische Erkrankung, wird aber durch Umweltfaktoren beeinflusst. Besonders häufig betroffen sind: Deutscher Schäferhund, Labrador Retriever, Golden Retriever, Rottweiler, Berner Sennenhund, Bordeauxdogge.

Risikofaktoren für die Ausprägung: Übergewicht in der Wachstumsphase (erhöht die Belastung des Gelenks), zu viel Bewegung bei Welpen auf hartem Untergrund, falsche Ernährung (zu schnelles Wachstum durch zu viel Energie).

Seriöse Züchter lassen ihre Zuchttiere auf HD röntgen. Frag beim Kauf oder bei der Adoption immer nach den HD-Befunden der Elterntiere.

Symptome und Diagnose

Typische Symptome: Hinken oder Wackeln mit dem Hinterteil, Schwierigkeiten beim Aufstehen, Bewegungsunlust, Treppenmeiden, Muskelabbau an den Hinterbeinen, Schmerzen beim Berühren der Hüfte.

Die Diagnose erfolgt durch Röntgenaufnahmen des Beckens in einer standardisierten Position. Oft in Narkose oder Sedierung. Die Röntgenbilder werden nach einem international standardisierten Schema bewertet (A bis E).

Behandlung und Kosten

Konservative Behandlung: Bei leichter bis mittlerer HD. Gewichtskontrolle, angepasste Bewegung, Physiotherapie, Schmerzmedikamente (NSAIDs), Nahrungsergänzung (Omega-3, Glucosamin). Kosten: 200 bis 800 Euro pro Jahr.

Operative Behandlung: Bei schwerer HD oder wenn die konservative Behandlung nicht ausreicht. Gängige OPs: Triple Pelvic Osteotomy (TPO) für junge Hunde, Totalendoprothese (TEP) — künstliches Hüftgelenk — für ältere Hunde, Femoral Head and Neck Excision (FHE) als günstigere Alternative.

Kosten für eine HD-OP: 3.000 bis 6.000 Euro pro Hüfte. Bei beidseitiger HD multiplizieren sich die Kosten. Das ist einer der Hauptgründe, warum eine Hundekrankenversicherung für prädisponierte Rassen besonders sinnvoll ist.


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