Niereninsuffizienz bei Katzen: Anzeichen, Behandlung und Verlauf
Niereninsuffizienz bei Katzen ist eine der häufigsten Erkrankungen, mit denen Tierärzte konfrontiert werden, insbesondere bei Katzen ab dem siebten Lebensjahr. Die Nieren erfüllen eine stille, aber lebenswichtige Aufgabe: Sie filtern Abfallprodukte aus dem Blut, regulieren den Flüssigkeitshaushalt und produzieren Hormone. Wenn sie zu versagen beginnen, können die ersten Anzeichen sehr unauffällig sein.
Die gute Nachricht: Niereninsuffizienz bei Katzen lässt sich oft über Monate oder sogar Jahre gut behandeln. Eine frühzeitige Diagnose macht den größten Unterschied.
Was verursacht eine Nierenerkrankung bei Katzen?
Es gibt zwei Formen: akut und chronisch.
Eine akute Nierenerkrankung tritt plötzlich auf, oft ausgelöst durch aufgenommene Giftstoffe, eine Infektion oder einen plötzlichen Rückgang der Blutversorgung der Nieren. Sie erfordert sofortige tierärztliche Behandlung.
Die chronische Nierenerkrankung (CKD) ist weitaus häufiger und entwickelt sich schrittweise. In vielen Fällen gibt es keine einzelne identifizierbare Ursache. Sie betrifft etwa eine von drei Katzen ab dem zwölften Lebensjahr.
Frühe Anzeichen von Nierenerkrankungen bei Katzen
Die frühen Stadien sind oft schwer zu erkennen. Auf folgende Zeichen solltest du achten:
Deutlich mehr Wasser trinken als gewöhnlich
Häufigeres oder stärkeres Urinieren
Schleichender Gewichtsverlust, auch bei scheinbar normalem Appetit
Stumpfes oder ungepflegtes Fell
Zunehmende Müdigkeit oder mehr Schlaf
Mit fortschreitender Erkrankung können deutlichere Symptome auftreten: Appetitlosigkeit, Erbrechen, schlechter Atemgeruch mit einem leicht ammoniakalischen Geruch sowie Zeichen von Dehydration.
Wie wird Niereninsuffizienz bei Katzen diagnostiziert?
Dein Tierarzt wird Blut- und Urintests durchführen. Wichtige Werte sind Kreatinin, BUN und SDMA, ein empfindlicher Frühindikator. Das spezifische Gewicht des Urins zeigt, wie gut die Nieren Urin konzentrieren.
Dein Tierarzt kann das IRIS-System verwenden, um die Erkrankung in Stadium 1 bis 4 einzustufen. Die Stadienbestimmung leitet die Behandlungsentscheidungen.
Wie wird Niereninsuffizienz bei Katzen behandelt?
CKD ist nicht heilbar, aber eine konsequente Behandlung kann das Fortschreiten verlangsamen.
Nierendiät. Ein speziell formuliertes Nierenfutter enthält weniger Phosphor und entlastet die Nieren. Dein Tierarzt kann dir bei der Umstellung helfen.
Ausreichend Flüssigkeit. Nassfutter wird oft gegenüber Trockenfutter bevorzugt. Einige Katzen benötigen subkutane Infusionen.
Medikamente. Je nach Stadium kann dein Tierarzt Phosphatbinder, Antiemetika oder Blutdruckmedikamente verordnen.
Regelmäßige Kontrollen. Blut- und Urinuntersuchungen alle drei bis sechs Monate helfen dem Tierarzt, die Behandlung anzupassen.
Wann solltest du zum Tierarzt?
Vereinbare zeitnah einen Termin, wenn deine Katze merklich mehr trinkt, Gewicht verliert, mehrfach erbricht oder apathisch wirkt.
Wenn deine Katze älter als sieben Jahre ist: Bitte deinen Tierarzt, beim jährlichen Gesundheitscheck Nierenwerte in die Blutuntersuchung aufzunehmen.
Können Katzen lange mit einer Nierenerkrankung leben?
Ja. Viele Katzen, besonders jene, die im Frühstadium diagnostiziert werden, leben mit der richtigen Ernährung und Behandlung noch zwei bis vier Jahre oder länger komfortabel weiter.
Was sollte eine nierenkranke Katze fressen?
Am besten geeignet ist ein verschreibungspflichtiges Nierenfutter vom Tierarzt. Nassfutter wird in der Regel bevorzugt, um die Flüssigkeitszufuhr zu unterstützen.
Verursacht Niereninsuffizienz Schmerzen?
Chronische Nierenerkrankung ist in der Regel nicht schmerzhaft, kann aber Übelkeit und Müdigkeit verursachen. Angemessene Ernährung hilft, diese Beschwerden zu lindern.
Wenn deine Katze mit einer Nierenerkrankung diagnostiziert wurde, musst du nicht verzweifeln. Mit tierärztlicher Begleitung führen viele betroffene Katzen noch lange ein gutes Leben. Lassie hilft dir dabei, die Kosten zu decken.






